Gespräch mit Walter Joelsen
Gespräch mit Max Mannheimer
Gespräch mit Anita Lasker-Wallfisch

Workshops 2014

2014 werden unter anderem folgende Workshops angeboten:
Die Workshops umfassen, 7 Einheiten á 3 Stunden. Außderdem wird es wie 2013 auch Kurzworkshops á 3 Stunden geben.

Mehrtägige Workshops:

Jugend und Diktatur
Teamer: Marie-Christine, Johathan & Ratko
Unser Workshop befasst sich mit den Themen Kindheit und Jugend in totalitären Gesellschaften; dabei bildet das Beispiel des Nationalsozialismus in Deutschland einen wichtigen Schwerpunkt.
Im Detail werden wir uns beschäftigen mit der Art und Weise, wie Kinder erzogen und massiv ideologisch beeinflusst wurden, wie sie ihren Alltag erlebten, wie sie arbeiteten, ihre Freizeit verbrachten und wie sie über den Nationalsozialismus dachten und sich im System zurechtfanden.
Im Anschluss daran werden wir versuchen, den weitergefassten gesellschaftlichen Kontext der Zeit zu erfassen und zu verstehen, wie soziale und politische Veränderungen – erkennbar an der Generation der Jugendlichen – zur Nazidiktatur beitrugen.
Zuletzt wollen wir unsere Feststellungen mit einem Blick auf die Gegenwart untersuchen und daraus Schlüsse für die heutige Welt ziehen. Um dorthin zu gelangen, werden wir diskutieren, uns Spielen und Workshops widmen, Gespräche mit Zeitzeugen führen, Filme ansehen und (wenn auch nur wenige) Texte lesen.
Wir hoffen, Euch zahlreich bei uns begrüßen zu dürfen!

Konfronation mit der Vergangenheit:
Teamer: Maja& Igor
„Das Schwierigste ist zu sehen, was vor Ihren Augen ist. “
                                   Johann Wolfgang von Goethe

Wie schwierig ist es unsere eigenen Fehler zu gestehen? Wie schwierig ist es sich in den Spiegel zu schauen, nachdem man weiß, was man begangen hat. Wie schwierig ist es vor Menschen zu knien und demütig anzuflehen für ihre Verzeihung?
Wenn du die Antworten auf diese Fragen weißt, dann weißt du, womit sich Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg konfrontieren musste. In unserem Workshop; durch die Kombination der Texte, Fotos und Filmen; würden wir gerne über Deutschland nach dem Krieg erfahren um es besser zu verstehen. Das verwüstete und geteilte Land musste sich mit den Sünden ihrer eigenen Vergangenheit konfrontieren und sie erfassen, damit sie nicht unter den Teppich gekehrt werden würden. Sowohl Deutschland als auch seine Bewohner sind durch die riesigen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen gegangen.  Die Veränderung der Nachkriegsgesellschaft war schwer zu erreichen, weil die Würzen ihrer Sünden aus dem zweiten Weltkrieg zu tief waren.
Anerkennung dieser Süden und Fähigkeit mit ihr zu konfrontieren ist das Thema, das wir befassen und verstehen wollen.
Schwierigkeiten während der Eröffnung der Gedenkstätten, Konfrontation mit den Häftlingen, herumwühlen in der Vergangenheit, Warschauer  Kniefall, kollektive Schuld, Beziehung zwischen der Stadt und des Konzentrationlagers… Wir werden versuchen das alles zu verstehen.

Leben nach dem Überleben
Teamer: Katharina & Simon

Während die Kapitulation Nazideutschlands im Mai 1945 in der Geschichtsschreibung häufig als „Stunde Null“ und damit Geburtsmoment einer neuen Zeit betrachtet wird, war es für die Überlebenden des nationalsozialistischen Terrors häufig vielmehr das Ausklingen eines Martyriums, aus dem heraus augenscheinlich kaum Neues erdacht werden konnte. Was folgte gesellschaftlich und persönlich auf zwölf Jahre Terrorherrschaft und den Holocaust als Zivilisationsbruch unvorstellbaren Ausmaßes? Wie wurde ver- und wie aufgearbeitet?
Im Zentrum unseres Workshops sollen die Lebenswege und Erinnerungen derer stehen, die der Verfolgung durch die Nationalsozialisten entkamen und die Zeit in den Konzentrationslagern überlebten. Sie sahen sich nach der Befreiung ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Entwicklungen ausgesetzt und versuchten vor diesem Hintergrund ihre persönlichen Erfahrungen zu verarbeiten. Einige kehrten in ihre Heimatstaaten zurück, andere emigrierten. Einige wurden politisch aktiv und teilten ihre Erinnerungen in künstlerischen Formen, andere schwiegen nicht nur öffentlich sondern hatten auch lange Zeit Probleme, mit ihren Familien über ihre Erlebnisse zu sprechen.
So wird sich der erste große Teil des Workshops mit den gesellschaftlichen Entwicklungen in unterschiedlichen Staaten nach 1945 beschäftigen. Daran anschließend werden wir uns mit unterschiedlichen Formen des Umgangs mit dem „Überleben“ auseinandersetzen. Dazu wird es auch die Möglichkeit geben, mit Abba Naor, der die IJB seit vielen Jahren begleitet, über seine Erfahrungen zu sprechen. Abschließend setzen wir uns näher mit der Gedenkstätte und der Stadt Dachau auseinander, die sich heute selbst auch als „Lernorte“ verstehen. Wir wollen herausfinden, welche Rolle die Überlebenden auf dem Weg zu diesem „Lernort“ gespielt haben und dies auch noch bis heute tun. Dazu wird es auch die Möglichkeit geben, mit Ernst Grube, einem Zeitzeugen, der seit vielen Jahren politisch aktiv ist, über dieses Thema zu diskutieren.

Familie im Dritten Reich
Teamer: Maya & Monika

Was wurde unter der “typischen” arischen Familie verstanden? Woraus bestand sie und welche Rolle hatten  deren Mitglieder in der Nazi Gesellschaft? Was wurde von Männern, Frauen und Kindern erwartet, welche Absichten hatten die Nazisozialismusverführer, wenn es um die Familienausprägung ging, und für welche Zwecke?
Was war Lebensborn, warum war es unethisch, die perfekten arischen Kinder zu „erzeugen“ und welche Folgen trugen sie danach? Das und noch viel mehr ist in unserem Workshop zu entdecken. Unser Ziel ist Euch dazu zu bringen, die durch die Zeit veränderten Familienwerte zu verstehen, welcher ist der Unterschied zwischen Familienleben vor, während und nach dem Nazi-System; warum war es wichtig, die Familien anzuregen, so viel Kinder wie möglich zu erzeugen und vor allem aus ihnen gute Nazis zu machen – und danach gute Menschen.

Die Frage nach Schuld und Verantwortung
Teamer: Martina & Ela

Gaskammern, Ermordungen, Konzentrationslager- schnell vermuten wir, nur ein perverses, sadistisches oder verrücktes Hirn sei in der Lage solche Verbrechen hinzunehmen oder sie zu begehen. Tatsächlich müssen wir feststellen, dass die Täter erschreckend normal waren, durchschnittliche Leute, wie du und ich. Oft hatten sie Familien, Hobbies und Haustiere und nicht immer politische oder ideologische Beweggründe. Wenn sie nun keine Monster waren: Woher kam all das „Böse“? Wer ist verantwortlich? Und was ist das überhaupt, „das Böse”?
In unserem Workshop werden wir unser bestes geben, diese schwierigen Fragen mit euch zu beantworten. Wir werden in die psychologischen Abgründe des Menschen tauchen, Erklärungen suchen, was Menschen zu schlechtem Handeln verleitet und versuchen zu entscheiden, wer denn nun die  Schuld für den Holocaust und die Ereignisse während der Diktatur Hitlers  trägt.
Wir werden einige interessante Filme und Clips zeigen, einen Zeitzeugen treffen und mit Texten arbeiten. Und selbstverständlich jede Menge Zeit für eure Meinungen und Diskussionen.
Dieser Workshop ist eine gute Möglichkeit für diejenigen von euch, die bereits ein bisschen was über den Holocaust wissen und sich jetzt fragen:1)Welchen psychologischen Hintergrund hat das Ganze? 2) Wie konnte das passieren und könnte es wieder geschehen? 3) Und was können wir daraus lernen?

_________________________________
Kurzworkshops
z.B.

Weiße Rose – Eine Widerstandsgruppe
Dienstag 29.7.14, mit Kasia & Sebastian

Die Weiße Rose war der Name einer Widerstandsgruppe in München während der Zeit des Nationalsozialismus. Im Juni 1942 wurde die Gruppe gegründet und bestand bis zum Februar 1943. Die Mitglieder der Weißen Rose verfassten, druckten und verteilten unter Lebensgefahr insgesamt sechs Flugblätter, in denen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgerufen wurde. Die Weiße Rose setzte sich aus Studenten der Münchner Universität und ihrem Philosophie Professor zusammen.
Der Kurzworkshop umfasst den ganzen Tag und ist zweigeteilt. Am Vormittag werden wir uns zuerst mit dem Thema „Widerstand während des Nationalsozialismus“ im Allgemeinen beschäftigen und uns anschließend mit der Widerstandsgruppe Weiße Rose, ihren Mitgliedern, Motivationen, Flugblättern etc. auseinandersetzen.
Nachmittags werden wir nach München fahren, um uns gemeinsam einige Orte, die mit der Weißen Rose zu tun haben ansehen. Zum Beispiel die Universität München, wo die Mitglieder der Gruppe studierten und letztendlich verhaftet wurden. Heute befinden sich dort eine Gedenkstätte sowie eine Ausstellung zur Weißen Rose.

Fotoworkshop
Freitag, 1.8.2014, 9.00 – 12.00 Uhr, mit Martina & Christine
und max. 10 TeilnehmerInnen
Schöne, scharfe und interessante Fotos wer will das nicht?
• Wie aber bekomme ich richtig gute Fotos?
• Was ist eigentlich ein gutes Foto?
• Wie wähle ich ein Motiv aus?
• Und wie kann man auf einer Gedenkstätte fotografieren?
• Wie können die Bilder am PC bearbeitet werden?
Nach einer kurzen theoretischen Einführung in das Thema Fotografie, gehen wir gemeinsam zur KZ-Gedenkstätte, um dort zu fotografieren. Mit dem Blick durch die Kamera verändert sich die Wahrnehmung, weil man sich auf ein Motiv konzentrieren muss. Wir sind schon sehr gespannt auf die Bilder die hierbei entstehen. Die besten oder interessantesten Bilder von jeder/jedem können am Abend beim Fest der Begegnung ausgestellt werden.

“Überliferte Geschichte – was kann sie uns geben?”
Freitag, 1.8.2014, 9.00 – 12.00 Uhr, mit Jan & Vaclav
In diesem Kurzworkshop werden wir uns mit der Methode der überlieferten Geschichte, die ihren Weg erst kürzlich in die Geschichtsschreibung gemacht hat, auseinander setzen. Bei der Internationale Jugendbegegnung gab es von Anfang an Zeitzeugengespräche mit Überlebenenden des Naziregims und diese Zeugnisse wurden als historische Quellen genutzt. Ihre Erinnerungen waren und sind wertvolle Einsichten in die Perspektive der Opfer des Nationalsozialismus. Oft waren diese erzählten Geschichten die einzigen geschichtlichen Quellen, die zugänglich waren. Was bedeuten Augenzeugen Gespräche, was können wir von den Zeitzeugengesprächen lernen.

Workshop über die SS
Freitag, 1.8.2014, 9.00 – 12.00 Uhr, und Samstag 9.00-10.00 mit Christian & Stefan
In unserem Kurzworkshop wollen wir an zwei Tagen verschiedene Aspekte der SS beleuchten. Neben grundlegenden Informationen und Berichten über die Verbrechen der SS, die wir am ersten Tag erschließen möchten, werden wir uns am zweiten Tag mit der juristischen Aufarbeitung, Biografien und der Nachkriegszeit auseinandersetzen. Zum Schluss laden wir alle Teilnehmer zu einer Diskussion ein.
Wir wollen dabei unterschiedliche Methoden anwenden, bei denen ihr euer Vorwissen mit einbringen könnt. Der Workshop wird je nach Interesse und Wissen der Teilnehmer offen gestaltet.