Zeitzeugengespräch mit Walter Joelsen / eyewitness talk with Walter JoelsenZeitzeugengespräch mit Mirjam Ohringer / Eyewitness talk with Mirjam Ohringerworkshop ReligionWorkshop Widerstand / ResistanceWorkshop Widerstand / Resistance

Workshops 2013

2013 werden unter anderem folgende Workshops angeboten:
Die Workshops umfassen, 7 Einheiten á 3 Stunden. Außderdem wird es wie 2012 auch Kurzworkshops á 3 Stunden geben.

Mehrtägige Workshops:

Außenlager Teamer: Simon, Sebastian
Zwischen 1933 und 1945 wurden über 70 000 Häftlinge in 140 Außenkommandos und Außenlagern des KZ Dachau zur Zwangsarbeit eingesetzt. Je nach Lager waren die Lebens- und Arbeitsbedingungen sehr unterschiedlich. Einige mussten in kleinen Betrieben, andere bei großen Firmen wie beispielsweise BMW oder Messerschmitt arbeiten.
Im Workshop wollen wir uns mit einigen unterschiedlichen Außenlagern beschäftigen. Dabei sollen vor allem die Lebensbedingungen der Häftlinge in den Lagern untersucht werden. Außerdem werden wir uns mit unterschiedlichen Opfergruppen beschäftigen. So werden wir beispielsweise das Schicksal von weiblichen Häftlingen in den Außenlagern näher betrachten.
Weiterhin wird es eine Exkursion zu einem ehemaligen Außenlager geben.
Für die Teilnehmer wird außerdem die Möglichkeit bestehen, mit einem Überlebenden eines Außenlagers ins Gespräch zu kommen.

„Die Diktatur in uns“: Gesellschaft und Gewaltherrschaft Teamer: Martina und Václav
Ist der Mensch an sich gut oder böse? Kann eine gesamte Gesellschaft durch radikale Ideologie verführt werden? Wie kam es überhaupt in Deutschland zur Durchsetzung der gewaltsamen NS-Diktatur?
Auf diese und ähnliche Fragen werden wir in unserem Workshop die Antworten suchen. Im Mittelpunkt unseres Interesses stehen die Mechanismen der individuellen und gesellschaftlichen Mobilisierung bei Entstehung und Unterstützung einer Gewaltherrschaft. Das NS-Regime forcierte die Bildung einer „Volksgemeinschaft“ und grenzte die verschiedenen „Anderen“ aus der mehrheitlichen Gesellschaft aus. Schritt für Schritt radikalisierten sich das NS-Regime und seine Anhänger und von den anfänglichen Diskriminierungsversuchen kam es bis zum katastrophalen Völkermord. War NS-Deutschland ein einzigartiger Fall oder könnten sich ähnliche Mechanismen des Bösen auch woanders entfalten? Wir werden diese Themen nicht nur anhand Textarbeit, Filmen und Diskussionen erforschen, sondern wir laden auch Zeitzeugen zu uns ein, die den Holocaust überlebt haben, damit sie mit uns ihre persönlichen Erinnerungen teilen.

München: „Hauptstadt der Bewegung“ – Rechtsextremismus heute. Teamer: Ljuba, Christian
Als die Nazis 1933 die Macht in Deutschland übernahmen, starteten sie bald darauf ambitionierte Programme zur Umgestaltung mehrerer deutscher Städte zu “Führerstädten”. Nur zwei Jahre später wurde München offiziell zur „Hauptstadt der Bewegung“ ernannt, da hier 1925 die NSDAP, die Partei der Nationalsozialisten, gegründet worden war.
In unserem Workshop wollen wir die Fragen stellen, welche Pläne die Nazis zur Umgestaltung Münchens hatten und was mit denen passierte, die Opfer von Ausgrenzung und Verfolgung in ihrer Heimatstadt wurden. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat die Stadt wieder ihr Gesicht verändert. An mehreren Orten werden wir diskutieren, wie Münchens nationalsozialistische Vergangenheit erinnert oder verborgen wird.
Vor diesem Hintergrund müssen wir sehen, wie zahlreiche populistische und rechtsextreme Gruppierungen den öffentlichen Raum einnehmen, wo sie Freiheitsrechte und die Demokratie herausfordern – in München, Bayern, aber auch deutschland- und europaweit. Aber sind sie überhaupt relevant für uns oder nur eine Randerscheinung? Wie können (oder sollen) wir auf sie reagieren?
Wenn du an all diesen Fragen interessiert bist, dann möchten wir dich gern in unserem Workshop begrüßen, wo wir zusammen an diesen Themen in sommerlicher und entspannter Atmosphäre arbeiten werden.

Soziale Gründe für die Ausbreitung des National Sozialismus Teamer: Maja, Ratko
Die Frankfurter Schule war eine akademische Gemeinschaft von deutschen und amerikanischen Soziologen. Der rote Faden aller ihrer Analyse war die Diagnose der zerstörten, pathologischen Welt des frühen 20. Jahrhunderts. Unter dem Schatten des wachsenden industriellen Kapitalismus und Nationalsozialismus stellte die Frankfurt Schule zwei Fragen: „Wie konnte es passieren?“ und „Wo liegt die Rettung?“
In unserem Workshop werden wir die Versuche prüfen, die die Mitglieder der Frankfurt Schule erarbeiteten um diese Fragen zu beantworten. Die spektakulären Diskussionen und Analyse der verschiedenen Werke werden uns dabei helfen zu verstehen wie der Nationalsozialismus es schaffte die Menschen zu überzeugen.

Dachau Stadt und Lager Teamer: Tomke und Luisa
In diesem Workshop werden wir uns der Frage widmen, was die Dachauer Bevölkerung in der Zeit des NS-Regimes, von dem Konzentrationslager direkt vor den Grenzen ihrer Stadt gewusst haben kann und haben muss, werden uns dann aber auch im Verlaufe des Workshops mit der Frage beschäftigen, wie der Umgang mit dem Geschehen nach der Lagerzeit in Dachau war. Dazu werden wir uns alles in Allem drei Zeitabschnitte genauer ansehen, zum einen die eigentliche Zeit des Nationalsozialismus, die direkte Zeit nach dem Lager Dachau bis zu dem Zeitpunkt als man beschlossen hat einen Gedenkstätte draus zu machen, und als aller letztes werden wir uns der Frage zu wenden wie ist es heute in Dachau zu leben, er Stadt die eigentlich immer mit dem Konzentrationslager assoziiert wird. Dazu werden wir auch in Kontakt mit der heutigen Dachauer Bevölkerung treten.

Vergessene Opfer? Teamer: Igor, Christian S.
In unserem Workshop “Vergessene Opfer?” wollen wir uns damit beschäftigen, warum man über einige Opfergruppen mehr spricht als über andere. Wir werden uns zum einem mit politischen und kriminellen Gefangenen, Sinti und Roma, geistig und körperbehinderten Menschen und Juden, die von den Nazis verfolgt wurden auseinandersetzen. Und zum anderen mit der Propaganda und dem Gedankengut des Naziregimes, die dieser Verfolgung zu Grunde lag .
Wir möchten die Teilnehmer/-innen so viel wie möglich einbeziehen, in dem wir uns ansehen, inwieweit Menschen in ihren Ländern verfolgt wurden, so sie aus Ländern kommen, die auch eine Geschichte des 2. Weltkrieges haben. Und wir werden mit dem Zeitzeugen Abba Naor sprechen, der während der Zeit den Verfolgungen des Nazi Regimes lebte und sie überlebte und der uns an seine persönlichen Erfahrungen teilnehmen lässt. Unsere Idee ist es, das Allgemeinwissen der Teilnehmer/-innen zu erweitern und ihnen neue Blickwinkel auf die Geschichte zu ermöglichen.

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Kurzworkshops
z.B.
Fotoworkshop am Samstag, 3.8.2013, 9.00 – 12.00 Uhr und 14.00 – 16.00 Uhr
mit Lynn, Job und Christine
und max. 10 TeilnehmerInnen
Schöne, scharfe und interessante Fotos wer will das nicht?
• Wie aber bekomme ich richtig gute Fotos?
• Was ist eigentlich ein gutes Foto?
• Wie wähle ich ein Motiv aus?
• Und wie kann man auf einer Gedenkstätte fotografieren?
• Wie können die Bilder am PC bearbeitet werden?
Nach einer kurzen theoretischen Einführung in das Thema Fotografie, gehen wir gemeinsam zur KZ-Gedenkstätte, um dort zu fotografieren. Mit dem Blick durch die Kamera verändert sich die Wahrnehmung, weil man sich auf ein Motiv konzentrieren muss. Wir sind schon sehr gespannt auf die Bilder die hierbei entstehen. Die besten oder interessantesten Bilder von jeder/jedem können am Abend beim Fest der Begegnung ausgestellt werden.

Homosexuelle im nationalsozialistischen Deutschland – ausgeschlossen, verfolgt… vergessen?
Das Ziel unseres inhaltlichen Angebots ist, die Lebensumstände und die Verfolgung Homosexueller in der NS-Gesellschaft und besonders im KZ Dachau betrachten. Zunächst werden wir gemeinsam einige Punkte diskutieren: der Begriff der Homosexualität, die Einstellungen der Gesellschaft zu Homosexualität und welche Meinungen auch noch heute herrschen. Dann werden wir uns mit diesem Thema in der NS-Zeit näher befassen. Welche Rolle hatten die Homosexuellen in der NS-Ideologie? Was hatten die Nazis mit Homosexuellen vor? Wir werden einige Schritte der nationalsozialistischen Verfolgung und der systematischen Vernichtung der homosexuellen Subkultur untersuchen.
Abschließend wollen wir uns die Situation schwuler und lesbischer Gruppen in verschiedenen Ländern anschauen und freuen uns sehr auf eure Beiträge.

Weiße Rose – Eine Widerstandsgruppe
Die Weiße Rose war der Name einer Widerstandsgruppe in München während der Zeit des Nationalsozialismus. Im Juni 1942 wurde die Gruppe gegründet und bestand bis zum Februar 1943. Die Mitglieder der Weißen Rose verfassten, druckten und verteilten unter Lebensgefahr insgesamt sechs Flugblätter, in denen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgerufen wurde. Die Weiße Rose setzte sich aus Studenten der Münchner Universität und ihrem Philosophie Professor zusammen.
Der Kurzworkshop umfasst den ganzen Tag und ist zweigeteilt. Am Vormittag werden wir uns zuerst mit dem Thema „Widerstand während des Nationalsozialismus“ im Allgemeinen beschäftigen und uns anschließend mit der Widerstandsgruppe Weiße Rose, ihren Mitgliedern, Motivationen, Flugblättern etc. auseinandersetzen.
Nachmittags werden wir nach München fahren, um uns gemeinsam einige Orte, die mit der Weißen Rose zu tun haben ansehen. Zum Beispiel die Universität München, wo die Mitglieder der Gruppe studierten und letztendlich verhaftet wurden. Heute befinden sich dort eine Gedenkstätte sowie eine Ausstellung zur Weißen Rose.

“Überliferte Geschichte – was kann sie uns geben?” Teamers: Irina & Václav
In diesem Kurzworkshop werden wir uns mit der Methode der überlieferten Geschichte, die ihren Weg erst kürzlich in die Geschichtsschreibung gemacht hat, auseinander setzen. Bei der Internationale Jugendbegegnung gab es von Anfang an Zeitzeugengespräche mit Überlebenenden des Naziregims und diese Zeugnisse wurden als historische Quellen genutzt. Ihre Erinnerungen waren und sind wertvolle Einsichten in die Perspektive der Opfer des Nationalsozialismus. Oft waren diese erzählten Geschichten die einzigen geschichtlichen Quellen, die zugänglich waren. Was bedeuten Augenzeugen Gespräche, was können wir von den Zeitzeugengesprächen lernen.