Angebote
Während der zwei Wochen der Jugendbegegnung befassen wir uns mit der Geschichte des Nationalsozialismus. In z. T. mehrtägigen Workshops werden verschiedene inhaltliche Aspekte erarbeitet, intensive Gespräche mit Zeitzeugen geführt und die KZ-Gedenkstätte kennen gelernt. Auch aktuellen Themen werden aufgriffen und diskutiert.

Zum vielfältigen Programm gehören ebenso Ausflüge nach Dachau, München und die nähere Umgebung, Instandhaltungsarbeit am Gedenkort, Exkursionen und Vorträge.
Natürlich gibt es auch Zeit für persönliche Gespräche, Freizeit und das Kennenlernen des heutigen Deutschlands.

Durch das einzigartige Zusammentreffen vieler Kulturen wird die Geschichte universell erfahrbar und die Teilnehmer lernen historische Ereignisse aus neuen Blickwinkeln kennen.
Zeitzeugengespräche
Eine besonders einzigartige Erfahrung können unsere Teilnehmer während mehrerer Zeitzeugengespräche machen. Überlebende der Verfolgung durch die Nationalsozialisten erzählen in persönlicher Atmosphäre von ihren Erlebnissen und ihrer Lebenserfahrung.

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Workshops 2010
Die Themen für die mehrtägigen Workshops 2010 stehen fest:


Homosexualität im Nationalsozialismus und heute
In unserem Workshop werden wir uns mit einer lange vergessenen Opfergruppe des Nationalsozialismus beschäftigen, die noch heute weltweit eine diskriminierte Minderheit in der Gesellschaft darstellt: Die Homosexuellen.
Während des Nationalsozialismus kamen zehntausende Männer und Frauen wegen ihrer Homosexualität ins KZ und mussten einen rosa oder schwarzen Winkel tragen. Viele Jahrzehnte waren die homosexuellen NS-Opfer in Deutschland aus der offiziellen Gedenkkultur ausgeschlossen. Sie wurden von Entschädigungszahlungen ausgegrenzt. Der § 175 des Strafgesetzbuchs, der sexuelle Begegnungen unter Männern unter Strafe stellte, blieb in der Bundesrepublik in seiner Nazi-Fassung bis 1969 unverändert in Kraft.
Neben der Beschäftigung mit dem Schicksal während des Nationalsozialismus werden wir uns daher auch intensiv mit der Aufarbeitung nach 1945 und der Situation Homosexueller heute weltweit beschäftigen. Obwohl 5-10% der Weltbevölkerung homosexuell sind, sind diese in vielen Ländern noch heute schwerer Verfolgung ausgesetzt. Die Erinnerung an das Unrecht und die Beschäftigung mit Diskriminierung und dem heutigen Kampf für Toleranz sind in Gesprächen, Texten, Filmen und Diskussionen Gegenstand unseres Workshops.

Technik und Wissenschaft im 3. Reich
Wissenschaft und Technik entwickelten sich sehr weiter während des Zweites Weltkrieges. In diesem Workshop wollen wir analysieren, wie dieser Wandel möglich war. Wer waren in Wirklichkeit die Arbeiter in der Industrie- und Waffenproduktion? Unter welchen Bedingungen mussten diese Gefangenen arbeiten?
Wir thematisieren auch in unserem Workshop den Missbrauch von Wissenschaft während der Nazi Periode. Dabei betrachten wir vor allem die z. T nur pseudowissenschaftlichen Experimente, die im KZ durchgeführt wurden, und auch den Versuch, Wissenschaft zu benutzen, um die NS-Ideologie zu bestätigen.
Zum Schluss möchten wir uns mit den Gefahren der Wissenschaft beschäftigen. Die Atombombe ist das klarste Beispiel dafür. Die Forschungen und ihre Entwicklung fanden überwiegend während des 2. Weltkrieges statt. Die Wissenschaft schuf also so einer der schrecklichsten Waffen heutzutage. Deswegen werden wir in die Vergangenheit, die Gegenwart und unsere Zukunft sehen.
Dem Thema werden wir uns auf verschiedene Weise nähern: mit Texten und Filmen, in Diskussionen und Gesprächen - auch mit Zeitzeugen. Darüberhinaus werden wir auch das Deutsche Museum in München besuchen.

Die jüdischen Opfer des KZ-Dachau

Fallstudien: Dachau, Treblinka, Auschwitz-Birkenau
Unser Workshop wird sich auf drei Lager konzentrieren, die „Symbole“ für den Holocaust sind: Dachau, Treblinka und Auschwitz-Birkenau. Dachau, als erstes „offizielles“ Konzentrationslager im Dritten Reich, und als Prototyp für andere Konzentrationslager, Treblinka, als eines der größten Vernichtungslager, und Auschwitz-Birkenau, das „berühmteste“ aller Lager.
In den einzelnen Workshop-Teilen werden wir uns mit den unterschiedlichen Lagern auf unterschiedliche Themen konzentrieren. Wir werden uns mit der Hierarchie in den Lagern beschäftigen – hierzu werden wir mit Berichten von Überlebenden und Tätern arbeiten. Des Weiteren werden wir uns mit dem alltäglichen Leben der Häftlinge in den verschiedenen Lagern, aber auch mit der Solidarität unter ihnen, beschäftigen. Gegen Ende unseres Workshops werden wir uns mit den verschiedenen Gedenkstätten und der Erinnerungskultur beschäftigen.
In unserem Workshop werden wir mit Texten und Filmen arbeiten und vor allem viel diskutieren.

Widerstand damals - Zivilcourage heute
Während in den okkupierten Ländern Europas Widerstand gegen die deutschen Besatzer oftmals eine Reaktion der unterworfenen Bevölkerung war, gab es in Deutschland selbst keine starke Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus. Dennoch stand auch hier ein sehr kleiner Teil von Arbeitern und Aristokraten, Studenten und Soldaten, Politikern und Geistlichen Adolf Hitlers Regime aus unterschiedlichen politischen, ideologischen und ethischen Motiven oppositionell gegenüber.
In unserem Workshop werden wir zunächst versuchen, gemeinsam eine Definition von Widerstand zu finden. Anschließend werden wir den Focus auf unterschiedliche Widerstandsaktionen in der Zeit des Nationalsozialismus legen. Als Zeitzeugin steht uns im ersten Teil des Workshops die niederländische Widerstandskämpferin Mirjam Ohringer zur Verfügung, die uns über ihre Motivation und ihr Handeln berichten wird.
Im zweiten Teil des Workshops wollen wir einen Bogen in die Gegenwart spannen. Über „Widerstand“ nach dem Zeiten Weltkrieg werden wir mit unserem zweiten Zeitzeugen, Ernst Grube, sprechen. Zum Abschluss möchten wir – ausgehend von dem Film „Die Welle“ – die möglichen Gefahren von autoritären gesellschaftlichen Strukturen in der heutigen Zeit und persönliche Erfahrungen mit Zivilcourage diskutieren. Neben der Arbeit im Jugendgästehaus werden wir auch an der KZ-Gedenkstätte und bei einer Exkursion in München auf Spurensuche gehen.

Euthanasie
Das Thema unseres Workshops ist Euthanasie. Euthanasie ist abgeleitet aus dem Griechischen und bedeutet ein leichter oder schöner Tod. Im Dritten Reich war Euthanasie ein Vorwand Leute umzubringen, die man als nutzlos angesehen hat. Die Euthanasie war eine Vorstufe für die Massenvernichtung, wo Ärzte eine wichtige Rolle gespielt und über Leben und Tod entschieden haben. In unserem Workshop werden wir die Geschichte der Euthanasie untersuchen und uns beschäftigen mit dem heutigen Umgang mit Behinderten und Sterbehilfe. Wir werden Texte nützen und Experten einladen um Kenntnisse über Euthanasie im Dritten Reich zu sammeln. Diese Kenntnisse werden wir vertiefen mit Besuchen an Orten, wo Euthanasie durchgeführt wurde. Wir werden zum Beispiel die Behindertenanstalt Schönbrunn besuchen, um einen Einblick zu bekommen, in das Lebensumfeld der größten Behinderten-Einrichtung in Bayern, sowie um Informationen aus dem Archiv zu bekommen. Der Zeitzeuge Walter Joelsen wird eingeladen, um Euthanasie, Religion und Diskriminierung mit uns zu besprechen. Obwohl Euthanasie einen schlechten Ruf hat aus der Vergangenheit, gibt es Länder, wo Ärzte im Rahmen der Sterbehilfe ihren Patienten helfen würdevoll zu sterben. Anhand von einem dieser Länder, den Nieder-landen, werden konkrete Beispiele besprochen und Argumenten von Niederländischen Ärzten erläutert.

Kultur in den Zeiten des Nationalsozialismus und im Konzentrationslager Dachau
Kultur ist ein Schauplatz von Wissen, Erfahrungen und Glauben der Menschen. Gleichzeitig ist es aber auch ein Transportmittel anderen andere Erfahrungswerte im künstlerischen Ausdruck mitzuteilen. Die Beschäftigung damit hilft uns zu verstehen wie die Kultur historische, politischen und soziale Begebenheiten in einer bestimmten Epoche widerspiegelt
Aber was können wir lernen aus dem kulturellen Schaffen aus der Zeit des NS-Regimes? Entstanden unter den Bedingungen der politischen Unterdrückung, wie unterscheiden sich die Arbeiten der Führenden mit der Arbeit die von den Gefangenen im KZ-Dachau gemacht wurden? Inwieweit werden uns diese Erfahrungen in unserer Kreativität erfassen und beeinflussen?
Wir wollen versuchen, diese Fragen in unserem Workshop zu behandeln und wir werden uns dazu mit Kunst beschäftigen, die Gefangene im KZ-Dachau geschaffen haben, versteckt oder im Auftrag der Lagerleitung. Fokus wird dabei auf die Arbeiten zweier Maler gelegt, Paul Caeval und Zoran Music, beides Insassen des KZ-Dachau, wie auch auf zwei Theaterstücke, die von zwei weiteren Insassen geschrieben wurden. Davon abgesehen, werden wir uns noch mit der allgemeinen Situation der Propagandakunst in der NS-Zeit befassen.

Kinder und Jugendliche als Opfer im Nationalsozialismus
Der Workshop beschäftigt sich mit der Perspektive der jüngsten Opfer des 2. Weltkrieges und beschreibt gleichzeitig die aggressive nationalsozialistische Politik gegenüber Kindern und Jugendlichen. Der thematische Schwerpunkt liegt auf den individuellen Schicksalen der Opfer. Wir werden die Möglichkeit haben, einen Überlebenden aus der Zeit zu treffen und mit ihm über seine Erlebnisse zu sprechen. Die biografische Arbeit wird auch mehr Licht auf die Geschichten der Opfer werfen. Eines der angesprochenen Themen wird das allgemeine Leiden der Kinder und Jugendlichen sein. Dabei werden wir uns unter anderem mit der Situation von Kindern in ausgewählten KZ-Lagern und mit medizinischen Experimenten an Kindern (z.B. an der Schule Bullenhuserdamm) beschäftigen.
Das Ziel des Workshops ist es, das Ausmaß der Gräuel an Kindern und Jugendlichen während der Nazi Periode deutlich zu machen und das das Leiden der jüngsten Gruppe der Opfer in den Blickpunkt zu rücken.

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Weitere Aktivitäten aus den letzten Jahren:

- Exkursionen nach München und Nürnberg
- Ausflug z.B. nach Salzburg oder Berchtesgaden
- Stadtführungen
- Synagogenbesuch
- Planspiel Friedenskonferenz
- Kurzseminare
- Live-Auftritte verschiedener lokaler Bands und Tanzgruppen
- Schwimmen im Chiemsee
Photos und Kurzbeschreibungen der Workshopthemen aus den letzten Jahren findest Du hier.


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